Spitzwegerich

Spitzwegerich erkennen

Spitzwegerich mit schmalen Blättern und Blütenähren
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Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gehört zu den Pflanzen, an denen man wahrscheinlich schon unzählige Male vorbeigelaufen ist. Er wächst häufig auf Wiesen, an Wegrändern und auf anderen offenen Flächen.

Typisch sind seine schmalen, lanzettlichen Blätter, die in einer bodennahen Rosette wachsen. Besonders auffällig sind die deutlich sichtbaren Längsnerven der Blätter. Aus der Rosette wachsen lange, weitgehend blattlose Stängel mit kurzen, bräunlichen Blütenähren. Während der Blüte ragen die hellen Staubblätter deutlich aus der Ähre heraus.

Wer einmal genauer hingeschaut hat, erkennt ihn meistens ziemlich schnell wieder.

Warum Spitzwegerich im Garten interessant ist

Der Spitzwegerich ist eine heimische Wildpflanze und kommt mit regelmäßiger Mahd und eher unspektakulären Standorten erstaunlich gut zurecht. Deshalb findet man ihn auch mitten im Rasen oder auf Flächen, die regelmäßig betreten oder gemäht werden.

Seine Blüten sind überwiegend an Windbestäubung angepasst. Trotzdem wird sein Pollen auch von Insekten genutzt. Damit ist der Spitzwegerich ein schönes Beispiel dafür, dass ökologischer Wert nicht immer mit großen, auffälligen Blüten verbunden sein muss.

Und wie bei vielen Wildpflanzen gilt: Wer ihn im Rasen entdeckt, muss nicht automatisch etwas dagegen unternehmen.

Spitzwegerich in der Küche

Spitzwegerich ist essbar. Besonders die jungen Blätter können beispielsweise für Salate, Kräuterquark, Pesto oder als Gemüse verwendet werden. Ältere Blätter werden zunehmend zäh und bitter.

Interessant sind auch die jungen, noch geschlossenen Blütenähren: Ihr Aroma wird häufig als pilz- oder champignonartig beschrieben. Sie können roh probiert oder kurz gedünstet werden.

Wildpflanzen sollten nur gesammelt werden, wenn sie sicher bestimmt wurden und an unbelasteten Standorten wachsen.

Mehr als nur ein Wildkraut

Spitzwegerich wird schon lange als Heilpflanze genutzt und ist heute beispielsweise Bestandteil verschiedener Hustenmittel. Verantwortlich dafür sind unter anderem die enthaltenen Schleim- und Gerbstoffe sowie weitere Pflanzenstoffe.

Die traditionelle Verwendung ist spannend, sie ersetzt allerdings keine medizinische Beratung oder Behandlung.

Für Unkraut Deluxe ist etwas anderes mindestens genauso interessant: Eine Pflanze, die häufig einfach mitgemäht oder als „Unkraut“ übersehen wird, ist gleichzeitig Wildpflanze, Lebensmittel und traditionelle Heilpflanze.

Manchmal lohnt es sich eben, vor dem Mähen einmal genauer hinzuschauen.

Wie viel Spitzwegerich darf bleiben?

Beim Spitzwegerich ist die Antwort ziemlich einfach: Wo er nicht stört, kann er problemlos bleiben.

Im Rasen bildet er bodennahe Blattrosetten und kommt mit regelmäßigem Mähen gut zurecht. Wer keinen vollkommen einheitlichen Zierrasen braucht, muss ihn deshalb nicht bekämpfen.

Im Gemüsebeet oder an einer Stelle, an der er tatsächlich stört, darf er natürlich trotzdem entfernt werden. Naturnahes Gärtnern bedeutet schließlich nicht, jede Wildpflanze überall wachsen zu lassen.

Es bedeutet vor allem, erst hinzuschauen und dann zu entscheiden.

Spitzwegerich auf einen Blick

Botanischer Name: Plantago lanceolata
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Wuchs: mehrjährig, krautig, grundständige Blattrosette
Blätter: schmal bis lanzettlich mit deutlich sichtbaren Längsnerven
Blüten: unscheinbare bräunliche Ähren mit auffälligen hellen Staubblättern
Blütezeit: Mai bis September
Standort: Wiesen, Weiden, Wegränder und andere offene Standorte
Status in Deutschland: einheimisch, ungefährdet
Besonderheit: essbare Wildpflanze und traditionell genutzte Heilpflanze

Quellen & weiterführende Informationen

FloraWeb – Übersicht (Pflanzensteckbrief) — Botanische Merkmale, Verbreitung, Lebensräume und Status in Deutschland.

Wildkräuterküche mit dem Spitzwegerich | Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) — Verwendung als Wildgemüse, Erkennungsmerkmale und Informationen zur traditionellen Nutzung.

Die Pollenquellen der heimischen Wildbienen — Die Pollenquellen der heimischen Wildbienen.

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