Hummeln im Garten – Lebensweise, Nistplätze und wie wir ihnen helfen können

Kaum wird es im Frühjahr etwas wärmer, sind sie wieder unterwegs: Hummeln gehören zu den auffälligsten Besuchern unserer Gärten. Mit ihrem dicht behaarten Körper wirken sie gemütlich, tatsächlich sind sie jedoch wichtige Bestäuber vieler Wildpflanzen und Kulturpflanzen.

Hummeln gehören zu den Wildbienen. In Deutschland kommen rund 40 verschiedene Arten vor. Dazu zählen beispielsweise Erd-, Acker-, Garten-, Stein-, Wiesen- und Baumhummeln.

Mehrere Hummeln sammeln Nahrung an einer blühenden Kugeldistel im Garten.
Hummeln gehören zu den regelmäßigen Blütenbesuchern im Garten.

Das Hummeljahr beginnt mit einer Königin

Anders als bei Honigbienen überlebt bei den meisten heimischen Hummelarten nicht das gesamte Volk den Winter. Im Frühjahr machen sich überwinterte Jungköniginnen auf die Suche nach Nahrung und anschließend nach einem geeigneten Nistplatz.

Hat eine Königin einen passenden Platz gefunden, gründet sie dort ein neues Volk. Sie legt zunächst selbst Eier und versorgt die ersten Larven. Später übernehmen Arbeiterinnen einen großen Teil der Versorgung des Nestes und sammeln Pollen und Nektar.

Im Laufe des Jahres entstehen neue Königinnen und Männchen. Nach der Paarung suchen sich die jungen Königinnen geeignete Plätze zum Überwintern. Im folgenden Frühjahr beginnt der Kreislauf von Neuem.

Nicht jede Hummel wohnt gleich

Wer von einem Hummelnest spricht, denkt vielleicht zunächst an ein Loch im Boden. Tatsächlich nutzen viele Arten unterirdische Nistplätze, beispielsweise verlassene Mäusenester.

Andere Arten können ihre Nester oberirdisch oder in vorhandenen Hohlräumen anlegen. Auch Vogelnistkästen oder andere geschützte Hohlräume können von bestimmten Arten genutzt werden.

Deshalb gibt es nicht den einen perfekten Hummelnistplatz für alle Arten. Unterschiedliche Strukturen im Garten erhöhen die Chance, dass die Tiere geeignete Plätze finden.

Warum Hummeln für den Garten wichtig sind

Auf der Suche nach Nektar und Pollen wechseln Hummeln von Blüte zu Blüte und übertragen dabei Pollen. Dadurch tragen sie zur Bestäubung zahlreicher Pflanzen bei.

Davon profitieren nicht nur Wildpflanzen. Auch im Nutzgarten und bei Obstgehölzen spielen Bestäuber eine wichtige Rolle.

Für einen hummelfreundlichen Garten ist deshalb vor allem eines entscheidend: ein möglichst kontinuierliches Angebot an Blüten.

Ideal ist es, wenn vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein unterschiedliche Pflanzen blühen. Gerade im Frühjahr sind Blüten besonders wichtig, weil die frisch erwachten Königinnen Energie benötigen, bevor sie mit der Suche nach einem Nistplatz beginnen.

So können wir Hummeln im Garten unterstützen

Ein hummelfreundlicher Garten muss nicht kompliziert sein. Häufig helfen schon einige einfache Veränderungen:

  • verschiedene Blühpflanzen statt weniger einzelner Arten
  • Blütezeiten möglichst über das ganze Gartenjahr verteilen
  • wilde und weniger intensiv gepflegte Bereiche zulassen
  • mögliche natürliche Nistplätze erhalten
  • auf Insektizide möglichst verzichten
  • verblühte Pflanzen und Gartenstrukturen nicht immer sofort entfernen

Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne „Hummelpflanze“. Ein vielfältiger Garten bietet über einen längeren Zeitraum Nahrung und unterschiedliche Strukturen.

Hummelhaus – gut gemeint, aber keine Garantie

Zusätzlich zu natürlichen Nistmöglichkeiten werden spezielle Hummelhäuser angeboten oder selbst gebaut. Sie sollen einen geschützten Nistplatz nachbilden.

Ein solches Haus wird allerdings nicht automatisch bezogen.

Die Königin entscheidet selbst, ob ein angebotener Platz ihren Ansprüchen entspricht. Ein Hummelhaus sollte deshalb eher als zusätzliches Angebot verstanden werden und nicht als Ersatz für einen vielfältigen Garten.

Geeignet sind geschützte, trockene und eher schattige Standorte mit freier Anflugmöglichkeit. Wichtig ist außerdem, dass in der Umgebung ausreichend Nahrung vorhanden ist.

Auch ein leer gebliebenes Hummelhaus ist eine Beobachtung wert. Nisthilfen sind Angebote an Wildtiere. Ob sie angenommen werden, bestimmen am Ende die Tiere selbst.

Hummeln bestimmen – gar nicht immer so einfach

Wer Hummeln im eigenen Garten beobachtet, stellt schnell fest, dass sie sehr unterschiedlich aussehen können.

Färbung, Größe und Zeichnung können Hinweise auf eine Art geben. Eine sichere Bestimmung nur anhand eines einzelnen Fotos ist jedoch nicht immer möglich.

Deshalb muss auch nicht jede Hummel im Garten sofort einen Artnamen bekommen. Für die Beobachtung reicht manchmal zunächst die Feststellung: Da ist eine Hummel und offenbar findet sie hier etwas, das sie braucht.

Hummeln bei Unkraut Deluxe

In meinem Garten gehören Hummeln inzwischen zu den Tieren, die mir besonders häufig auffallen.

Vor allem blühender Lavendel wird zeitweise stark besucht. Statt einzelne Tiere nur kurz vorbeifliegen zu sehen, lässt sich dort beobachten, wie mehrere Hummeln gleichzeitig von Blüte zu Blüte wechseln.

Das aufgestellte Hummelhaus ist dagegen bisher leer geblieben.

Beides gehört für mich zusammen. Man kann im Garten Strukturen anbieten und Bedingungen verbessern, aber Natur lässt sich nicht bestellen. Manchmal wird ein Angebot angenommen und manchmal eben nicht.

Vielleicht zieht irgendwann eine Hummelkönigin ein.

Bis dahin steht das Haus eben bereit.

Kurz zusammengefasst

Hummeln sind Wildbienen und wichtige Bestäuber. Die verschiedenen Arten nutzen unterschiedliche Nistplätze und benötigen während ihrer aktiven Zeit ein ausreichendes Angebot an Pollen und Nektar.

Wer ihnen im Garten helfen möchte, braucht deshalb nicht zwingend besondere Technik. Unterschiedliche Blüten, natürliche Strukturen und etwas weniger Ordnung können bereits viel bewirken.

Ein Hummelhaus kann das Angebot ergänzen. Eine Garantie für den Einzug gibt es allerdings nicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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